Eine neue Schule für Kyekyewere

Eigentlich sind die ghanaischen Kakaobauern daran gewohnt, dass es in der Regenzeit immer wieder tropische Stürme gibt. Dass ein besonders heftiges Gewitter die Grundschule zerstört, damit hatte aber niemand gerechnet. Zum Glück konnte die Schule rasch wieder aufgebaut werden, nicht zuletzt dank dem Engagement des Lindt & Sprüngli Kakaoanbauprogramms in Ghana.

Im Rückblick hat der Tropensturm, der im Jahr 2010 die Grundschule der zentralghanaischen Stadt Kyekyewere teilweise zerstörte, auch sein Gutes. Denn ohne den Sturm läge eine höhere Schulbildung für die Kinder in den Dörfern rund um Kyekyewere wohl noch immer in weiter Ferne. Und auch um den Anschluss der Schule ans Stromnetz stünde es wohl noch immer nicht so gut. Aber erzählen wir der Reihe nach. Bis vor wenigen Jahren gab es in Kyekyewere lediglich eine Grundschule. Als diese 2010 durch besagten Regensturm zerstört

wurde, war das Bedauern gross. Um dennoch einen halbwegs ordentlichen Schuldienst durchführen zu können, behalfen sich die lokalen Behörden mit einer Notlösung: Sie richteten in einer nahegelegenen Kirche eine Art Schichtbetrieb ein, so dass die Kinder – an ungewohntem Ort zwar und zeitlich gestaffelt,– weiterhin unterrichtet werden konnten. Dass diese Lösung nicht von Dauer sein konnte, war von Anfang an klar. So suchten die Verantwortlichen nach einer Möglichkeit, die Schule wieder aufzubauen.

Finanziert durch das Lindt & Sprüngli Farming Program

Realisiert werden konnte der Wiederaufbau schliesslich dank des Engagements des Lindt & Sprüngli Kakaoanbauprogramms, das durch Beiträge pro Tonne gekauften Kakaos für LINDT Schokolade finanziert wird. Die  lokale Partnerorganisation von Lindt & Sprüngli, Source Trust, wurde mit der Durchführung vor Ort betraut. Bereits im September 2010 wurde mit dem Bau begonnen. Die Grundschule wurde zu einer Sekundarschule erweitert, die im Jahr darauf eröffnet und bald um einen weiteren Anbau ergänzt werden konnte. Neben den Klassenzimmern, die Unterricht für 400 Schüler ermöglichen, enthält die Schule Räume für die Lehrer, ein Büro sowie ein Geschäft. Angegliedert ist ausserdem ein Schulungszentrum („Village Resource Center“), das Zugang zu Computern

und Internet bietet und sowohl von den Schülern als auch den Kakaobauern der umliegenden Dörfer genutzt wird. Die neue Schule wurde auch mit Elektrizität ausgestattet. Alex Bruce Appiah, Rektor und Lehrer, erzählt: „Die Versorgung mit Strom und der Zugang zu einem Drucker erleichtern mir meine Arbeit ungemein. So kann ich heute beispielsweise die Prüfungsfragen im Village Resource Center, das gleich nebenan liegt, ganz einfach ausdrucken“. Auch Deborah Awiah Mensah, eine 17jährige Schülerin, ist froh über die Vorteile, die die Stromversorgung bietet: „Im Unterschied zu früher kann ich Abendklassen besuchen.  Das ist möglich geworden, weil wir am Abend nun Licht haben. Dank des Lichts kann ich länger lernen - und so bin ich viel besser auf die Prüfungen vorbereitet."

Die Lebensbedingungen der jungen Generation verbessern

Beide, Alex und Deborah, sind überzeugt, dass die erweiterte Schule und die verbesserte Infrastruktur von grossem Wert für die Schülerinnen und Schüler von Kyekyewere sind. Die Schule geniesst heute ein viel höheres Ansehen bei der lokalen Bevölkerung. Das trägt dazu bei, dass heute mehr Schüler regelmässiger und lieber den Unterricht besuchen. Und Schulbildung ist, gerade in Ghana, enorm wichtig für die zukünftige Verbesserung der Lebensbedingungen der jüngeren Generation.